Pfarrkirche St. Clemens in Eschenlohe

Auszug aus dem Kirchenführer, welcher in der Kirche aufliegt

Die Kirche ist dem hl. Clemens geweiht. Er ist einer der ersten Nachfolger von Petrus nach Linus und Anaklet. Für die Amtszeit dieser frühen Päpste gibt es keine exakten Daten. Clemens I. war vermutlich im Zeitraum von 88/92 (?) bis 97/101 (?) n. Chr. Papst. Im Kirchenjahr wird der 23. November als Patrozinium gefeiert. Clemens wird mit einem Anker dargestellt und ist Patron der Schiffer. Er wurde nach der Legende von Kaiser Trajan zur Zwangsarbeit in den Steinbrüchen auf der Halbinsel Krim am Schwarzen Meer verurteilt und verhalf dort den Gefangenen durch ein Wunder zu einer Wasserquelle. Später ließ ihn Kaiser Trajan mit einem Anker am Hals ins Meer versenken. Dieser frühchristliche Märtyrer, dessen Reliquien in der Kirche S. Clemente in Rom ruhen, wurde zum Patron der Seeleute, Steinmetze und Marmorarbeiter und bei Sturm und Wassergefahren angerufen. Für dieses in unserer Gegend relativ seltene Patrozinium bieten sich mehrere Erklärungen an. Kirchen an alten Römerstraßen waren oft frühchristlichen Märtyrern geweiht. So finden sich im Rheinland an ehemaligen römischen Siedlungsplätzen Clemenskirchen, deren Geschichte in die ersten nachchristlichen Jahrhunderte zurückweist. In der Diözese Augsburg gibt es drei Clemenskirchen: in Eschenlohe, in Meitingen-Herbertshofen und in Oberhausen bei Neuburg. Alle drei Orte liegen in der Nähe von Römerstraßen. Zum anderen war die Loisach, der Fluss, an dem Eschenlohe liegt, vor dem Aufkommen der Eisenbahn im späten 19. Jahrhundert ein wichtiger Wassertransportweg. Der Personen- und Gütertransport auf Flößen konnte hier um einiges schneller als auf den oft schlechten Landwegen durchgeführt werden, allerdings mit allen damit verbundenen Gefahren. Handelsgesellschaften, Kaufleute und Flößer spielten deshalb früher in Eschenlohe immer eine bedeutsame Rolle.

Auch zwei weitere in Eschenlohe vertretene Heilige sind eng mit dem Wasser und seinen Risiken verbunden. So ist der hl. Nikolaus, dem die Kapelle auf dem Vestbichl geweiht ist, der Patron der Reisenden zu Wasser und zu Lande und Beschützer der Schiffer, Fischer und Flößer. Auch er wurde bei Wassergefahren angerufen und war als Patron auf Brücken aufgestellt. Kapellen und Kirchen an Fernhandelsstraßen, die zum Teil noch aus der Römerzeit stammten, waren ihm geweiht. Erst im 17. und 18. Jahrhundert wurde er von Johannes Nepomuk als Brückenheiliger abgelöst. So finden sich in Eschenlohe gleich mehrere Statuen des hl. Nepomuk. Die Statue unter der Orgelempore stifteten die Flößer, eine weitere Figur befindet sich an der Fassade des Pfarrhofs. Eine lebensgroße moderne Bronzefigur des Heiligen steht auf der neuen Brücke, die nach dem Jahrhunderthochwasser von 2005 errichtet wurde. Sie stammt von Wolfgang Wright, einem Künstler aus Kiefersfelden

Pfarrkirche Eschenlohe

Blick von der Nikolauskapelle

 









der Innenraum